Klettersportverein Quackensturm e.V.

Sektion des Deutschen Alpenverein e.V.

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a1Reibung hält halt doch länger, als man denkt!
Verfasser: Ronny Richter und Dirk Fechner
Grundkurs Felsklettern mit Bernd Arnold 2006

Ruhig, mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Dresdner Eierschecke beim Bäcker in Hohnstein begann der Elbsandstein-Kletterkurs bei Bernd Arnold. Laut Bernd war dies auch die ideale Vorbereitung, denn es ist die Ruhe, welche ein wichtiger Faktor beim Klettern ist. Mit der Vorfreude auf 3 entspannte Klettertage trafen wir (Ramona, Carmen, Andreas, Dirk und Ronny) uns anschließend am Parkplatz in Hohnstein mit Bernd und Moritz (Bernds Husky-Collie-Schäferhundmischling), ...

a3.. welcher uns auch die nächsten Tage durch das Brandgebiet begleiten sollte. Nach dem obligatorischen Kennen lernen, ging es auch gleich an den Vogelstein. Dort analysierte Bernd unsere Fußtechnik, ließ uns barfuss ein paar Platten rauf und runter laufen, und gab uns entscheidende Tipps zur Technik beim Reibungsklettern. So lernten wir auch die Kugel in unserem Bauch kennen, die rollen muss und nicht vibrieren sollte.

Später absolvierten wir den Kletterkurs auch mit Kletterschuhen und lernten so den Unterschied zwischen beiden kennen. Ob wir unsere nächsten Routen nun barfuss klettern werden, wie Bernd es oft macht, ist eher unwahrscheinlich, denn die Sohlen der Kletterschuhe halten doch irgendwie besser am Sandstein.
a2Bernd zeigte uns auch ein paar kurze Kletterpassagen an diesem Felsabbruch, an dem laut Bernd schon Lynn Hill und Wolfgang Güllich ihre ersten Elbsandsteinerfahrungen gesammelt hatten. Auch wir versuchten uns an einigen dieser kurzen Kletterpassagen, während Bernd mit Ramona und Andreas noch mal die Technik beim Abseilen wiederholte.
Am Nachmittag ging es dann noch zum Nashorn, welches wir über die Tunnelvariante im Sturm eroberten. Bernd richtete uns einen kleinen Übungsweg bis zu einer Birke ein und zeigte uns mit der SW-Rinne (V) noch eine schöne Hangel, welche im oberen Bereich eine interessante  Reibungspassage hat. Mit dem Guten Tipp (VIIc) gab es hier auch eine Route, an der sich mancher nicht nur die Zähne ausbiss.
 
a4Für uns Frischlingen hatte Bernd am nächsten Tag noch einen besonderen Gipfel parat. Eine idyllische Quacke, nicht weiter vermoost, aber versteckt im Wald, mit einem Gipfelbuch von 1971 und wir waren im September erst die dritte Seilschaft in diesem Jahr. Wenn da nicht das Herz des Quackenstürmers höher schlägt.

Anschließend ging es zur Geyergucke. Zuerst überprüften wir unsere am Vortag gelernte Fußtechnik an zwei Reibungstraversen in der Kluft zwischen der Geyergucke und dem Nachbarfelsen. Nachdem Bernd den alten Weg (V) freesolo hochturnte, sicherte er uns alle auf diesen Gipfel, wobei wir versuchten uns die entsprechenden Griffe und Tritte gut einzuprägen, denn als nächstes sollten wir diesen Weg im Vorstieg versuchen. Anschließend sah man einige Kletterer breit grinsend nach ihrem ersten Vorstieg einer sächsischen 5 abseilen. Diese Leistung eines jeden wurde dann auch am Abend in der Mittelndorfer Schenke ordentlich gewürdigt.

Zufrieden mit ihrem Kletterkönnen versuchten Carmen und Fechi  an der Ostwand eine  VIIb  und der Rest vergnügte sich an diversen Reibungsplatten mit dem Legen von Schlingen in Rissen und Sanduhren.
a6Zum Ende des Tages ging  es noch an den Hans-Arno-Stein, an dem wir  die SW-Kante (V aber schwer am Ausstieg)  kletterten. Bernd richtete uns auch die mit VIIc bewertete Route Happy End ein, welche leicht überhängend mit kleinen scharfen Griffen beschaffen ist. Staunend bewunderten wir, wie er leichtfüßig und elegant diese Route durchstieg und wir fluchten um so mehr, als wir mit verkrampftem Gesichtsausdruck selbst in der Wand hingen. Glücklich war, wer am Ende die Gipfelbuchkassette zum Klappern brachte.
Am letzten Tag des Kurses ging es in die Ochelsteine. Eine Reibungsquerung diente zur Erwärmung für die kurze Querung (laut Bernd VII ) die wir im Vorstieg absolvieren sollten.   Bernd, natürlich barfuss und ungesichert, hatte vorher für uns die Schlingen platziert, aber anschließend sollte jeder noch mal selbst die Schlingen legen und Bernd gab uns Hinweise für entspannte Ruhepositionen.
a7So vorbereitet ging es zur Ochelspitze. Dort versuchten wir uns zuerst an einer Reibungsplatte (VIIa), die auch strukturlos wie eine Platte war und sogar in der Mitte einen Ring besitzt. Anschließend erklommen alle über den Weg AW+AV (VI) die schöne Ochelspitze, einen Gipfel mit tollem Talblick. Unten steigt man in einen Kamin ein, den man erst ausspreizen und dann in klassischer Kamintechnik bis zum ersten Stand erklimmen kann. Am Stand angekommen, suchte ich verzweifelt den Ring, fand uns aber nur an zwei Knotenschlingen gesichert. Aber Bernd hatte ja am Vortag noch behauptet, dass ihm noch nie eine Knotenschlinge aus einem Riss gerutscht ist und da wir doch ein breites Band hatten, auf dem wir stehen konnten, war es doch halb so wild. Nur einige Nachsteiger ließen sich von den vielen Seilen etwas verwirren, aber nachdem alle Seile geordnet waren, ging es für alle gen Gipfel. Nach dem Stand kamen erst mal große Tritte, die laut Bernd von Kindern in den 50er Jahren geschlagen wurden. Oben gibt’s dann noch mal ordentlich Reibung und Wandkletterei . Auf dem Gipfel genossen  alle die tolle Aussicht und jeder dachte mit einem weinenden Auge daran, dass nun 3 tolle Klettertage vorbei waren.
Wir sind uns aber alle einig, dass ein Kurs bei Bernd Arnold eine tolle Erfahrung ist und uns im Klettern weitergebracht hat.
Den Vereinsmitgliedern, die sich nicht getraut hatten sich zum Fortgeschrittenkurs bei Bernd anzumelden, können wir nur bestätigen, dass Bernd sich immer nach den Fähigkeiten der Teilnehmer richtet, egal ob nun Anfänger- oder Aufbaukurs. Selbst für unsere ausgeglichene Truppe gab es unterschiedliche Trainingsprogramme. Egal ob nun absoluter
Anfänger oder VIIa-Vorsteiger in einem Kurs sind, der Bernd macht das schon....

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