Klettersportverein Quackensturm e.V.

Sektion des Deutschen Alpenverein e.V.

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Es muss nicht immer Klettern sein
Ein Bericht von Dirk Wiesner

... zumindest nicht in dieser Jahreszeit, wenn man der Sächsischen Schweiz einen Besuch abstattet. Ich gebe zu, dass der eigentliche Grund unseres Wochenendtrips eine Faschings- und Geburtstagsparty in der Gaststätte „Am Weinberg“ in Mittelndorf, auf Einladung unserer lieb gewordenen Freundin Christina und deren Familie war. Wir, dass sind die Familien, Bergmann, Fechner, Rossberg und Wiesner. Das Wochenendwetter, mit leichtem Schneefall und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, war wieder einmal so „genial“, dass die Beschäftigungsideen unserer Familien schier „unerschöpflich“ waren. Monopoly bei Sekt, Klettern bei Eis und Schnee am Alten Wildenstein oder ein Berglauf durch die Hintere Sächsische Schweiz waren letztendlich am letzten Samstag die durchgeführten Highlights.

 

Volker und ich hatten uns vorgenommen, einen Berglauf im Umfang von ca. 25 km zu absolvieren. Neudeutsch heißt es mittlerweile „Trailrunning“ und wird in diversen Medien als Mischung zwischen Joggen und Bergsteigen beschrieben. Start unseres „Läufchens“ war die Gaststätte „Am Weinberg“, in der wir am Samstagmorgen ein üppiges Frühstück genossen. Die ersten Kilometer hinab ins Kirnitzschtal versprachen viel Leichtigkeit und einen angenehmen Tag. Der Gedanke in mir sollte sich schnell ändern. Wohlwissend, dass nun der tiefste Punkt unserer Tour erreicht war, musste nun die andere Seite des Tals empor gelaufen werden. Zwischen der Hohen Liebe und dem Falkenstein führte unser Weg in Richtung Schrammtorwächter. Das Bergauflaufen ist wahrlich nicht gerade meine Stärke beim Joggen. Nun aber hatte ich mir einige Tipps hierzu in der Fachliteratur durchgelesen. Oberkörper nach vorn geneigt und die Schrittlänge auf kleinstmögliches Niveau, entsprechend der Steigung, verändert. Vorbei am Falkenstein schrieen bereits meine Waden und Oberschenkel „Aufhören – Halt - Ich kann nicht mehr“.
 Ich spürte wieder einmal deutlich, dass sich Bergläufe gewaltig  von denen im Flachland unterscheiden. Trotz Literaturstudium! Die Schmerzen in den Waden sollen sich mit der Zeit geben, hatte ich noch im Hinterkopf. Also weiter ging es entlang dem Elbleitenweg bis zur Zwiesler Hütte nahe Schmilka. Da es auf dieser Passage nahezu auf einer Höhenlinie kaum Steigungen gab, erholte ich mich prima und mit Volker konnten einige Gedanken und Eindrücke meinerseits wieder ausgetauscht werden. Vorbei an den Torsteinen, dem Teufelsturm und Rauschenstein mit herrlichen Blicken hinab zur Elbe und hinauf zu den Schrammsteinen.  Am Wurzelweg hinauf zum Großen Winterberg angekommen, änderte sich die Situation für mich. Im Wissen, dass auf den nächsten Kilometer ca. 300 Höhenmeter überwunden werden mussten, versorgten Volker und ich uns mit Energieriegel und Drinks. Wie lange werde ich die Kraft aufbringen für diesen Abschnitt? Kurz hinter dem Abzweig zum Lehnsteig beantwortete sich für mich die Frage und im Gehen ging es weiter bergan. Volker hingen, dessen Puls nicht einmal die 150 überschritt, nahm viel Rücksicht auf mich. An flacheren Passagen des Wurzelweges motivierte er mich immer wieder in den Laufschritt zu wechseln. Ein Dankeschön an Ihm, ist nicht nur an dieser Stelle zu sagen. Oben am Reitsteig angekommen, auf ca. 530 Höhemetern liefen wir unmittelbar am Winterberg vorbei. Den höchsten Punkt unserer Tour erreicht, ging es von nun an bergab vorbei am Abzweig zum Grenzweg und dem Krinitzgrab inmitten der Richterschlüchte. Sind wir vorher auf Wanderwegen gelaufen, begann hier der eigentliche Trail.

Auf Schnee und Eis mussten nun felsige Hindernisse überquert werden, die auch mitunter die Mithilfe der Hände erforderten. Bei mir war auch zweimal der Hintern unfreiwillig im Einsatz. Darauf auch Volker meinte, dass ich nicht die richtigen Trailschuhe habe. Schuhe von La Sportiva wären die Richtigen! Aha dachte ich mir, wenn Konzentrationsschwäche wegen mangelnder Fitness durch besseres Equipment ausgeglichen werden kann, na dann bin ich dabei! Endlich den Fremdenweg erreicht, liefen wir dem Zeughaus entgegen. Hier nun angekommen, verfielen wir diesmal nicht der Versuchung ein kühles Blondes zu uns zu nehmen. Es war auch kein Kunststück, denn die Gaststätte hatte geschlossen. Die letzten Powersnacks aus unseren Rucksäcken nahmen wir dennoch hier zu uns. Denn auch die letzten Kilometer wollten gelaufen sein. Auf die Zeughausstraße abgebogen liefen wir unmittelbar vorbei an der Wartburg und später an den Queenwiesen.

Da es bis hier auch einige Steigungen zu bewältigen gab, merkte ich zusehends wie mein Konditionshaushalt aufgebraucht war. Volker fragte ich deshalb, ob wir anstelle des Scharwändeweges vom Beuthenfall aus nicht besser auf der Straße laufen wollen. „Aber wir fahren nicht mit dem Bus oder der Kirnitzschtalbahn“ war seine Bedingung. Nein – „bloß keine Steigungen mehr!“ – gab ich zur Antwort. Bis zum Mittelndorfer Forsthaus war die Lauferei erträglich. Kurz bevor wir nun das vermeintliche Ziel erreicht hatten, meinte Volker zu mir, dass wir noch ein „Wenig“ den Weg vom Forsthaus hinauf nach Mittelndorf laufen könnten. Nach ca. 300 Metern war bei mir nun völlig die Luft raus. Volker schien es zu merken und ging mit mir gemeinsam bergan.

Kaum oben in Mittelndorf angekommen, sagte er zu mir „Wiese hier wird es wieder flacher!“ Ohne nachzudenken lief ich wieder bis zur nächsten merklichen Steigung. Der letzte Kilometer wurde also, im Kampf mit dem inneren Schweinehund, im steten Wechsel zwischen Laufen und Gehen absolviert  Im Ziel angekommen, blieb nicht viel Zeit sich an der Freude dieser Laufrunde zu laben. Denn es erwartete uns ein viel versprechender Faschingabend, von dem es auch so viel zu berichten gäbe,  jedoch ich ihn nur noch in Fragmenten in Erinnerung habe.

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