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Grüße zum Jahreswechsel

„Im neuen Jahr wird alles besser!“ …oder doch besser ein „?“ hinter dieser allzu oft in diesen Tagen strapazierten Floskel? Sicher ist nur, dass eben dies niemand so genau weiß! War denn 2020 wirklich so schlecht, das 2021 unbedingt besser werden muss? Sicher, 2020 war schon ein etwas anderes Jahr, aber schlecht? Die Konfrontation mit dem leidigen Virus beherrschte oft unser Tun und Denken, ließ aber allen die es wollten und konnten noch genügend Freiräume zum Ausleben der persönlichen Interessen. Den Bergsommer 2020 gab es doch auch! Es war sogar ein sehr schöner! Er fand für uns nur eben nicht in fernen Gebirgen statt. Die Alpen und vor allem die heimischen Mittelgebirge waren die bevorzugten Ziele. Brauchte es nun aber diesen, die Städte leerfegenden Virus, um uns auf das zu besinnen, was mehr oder weniger vor unserer Haustür liegt? Im Prinzip schon! Wir Menschen wurden damit gnadenlos darauf gestoßen, dass sich etwas ändern muss, dass umgedacht werden muss! Es steht viel auf dem Spiel für unseren doch arg gebeutelten Planeten und vieles davon ist menschengemacht. Jeder für sich kann also seine Lehren aus der Lektion 2020 extrahieren und wird, zusammengefasst mit vielen schönen eigenen Erlebnissen dieses Jahres, zu dem Schluss kommen, das 2020 dann doch ein gutes Jahr war. Wird das 2020 Gelernte konsequent im neuen Jahr umgesetzt, die Lernfähigkeit noch verstärkt, dann wird 2021 gaaaanz gewiss ein auch besseres Jahr!

Habt alle ein schönes Weihnachtsfest, einen gemütlichen Jahreswechsel und ein sortierteres, stabileres, sorgenfreies, glückliches und gesundes neues Jahr!

Weitermachen, weiterlachen, weiterwandern, weiterklettern, weiterbiken…!

Euer Vorstand

jahreswechsel2021

Klettern im polnischen Jura
Ein Bericht von Thomas Kostial

Seit ein paar Jahren ist es einigen Eingeweihten bekannt, dass sich weit im Osten, hinter den sieben Bergen bei Krakau ein feines, kleines Klettergebiet verbirgt, welches die weite Reise lohnt.

Das Gebiet liegt im Polnischen Jura zwischen Tschenstochau, Katowice und Krakau.
Im letzten Sommer gab es für mich nur eine Woche Sommerferien. Um nicht wieder ins altbekannte Frankenjura zu fahren, sondern auch mal etwas Neues kennenzulernen, wurde als Sommerziel kurzfristig das Polnische Jura ausgerufen.

Die Fahrt ist trotz Autobahn ein längeres Erlebnis. Vor allem die ersten 60 Kilometer Holperstrecke nach der Grenze erinnern an alte Zeiten. Danach ist bis Katowice alles gut ausgebaut. Ab dort sucht man sich über Landstraßen seinen Weg bis ins Zielgebiet. Insgesamt benötigt man von Cottbus knapp fünf Stunden bis zum Zeltplatz von Podlesice, dem zentralen Klettererdorf im Jura.

 

In vielen weiteren Dörfern gibt es kleine Privatcampingplätze oder Agroturistik- Unterkünfte, eine Art einfache Pension auf dem Bauernhof.

Die Verpflegung ist überall sichergestellt: durch kleine Dorfläden auf dem Lande, in denen es fast alles gibt oder durch Intermarché, Auchan usw. in den Großstädten, wo es dann wirklich alles gibt.

Mittagessen kann man auch sehr gut am Zeltplatz Podlesice. Für den Sprachunkundigen gibt es dort tolle polnische Überraschungssuppen. Jeden Tag wird die Speisekarte neu auf eine Tafel geschrieben, natürlich in anderer Reihenfolge und mit neuen Gerichten. Als Ausgleich dafür kann aber weder der Koch noch die nette Bedienung eine andere Sprache als Polnisch. Guten Appetit!

Nach so viel Essen kann man dann gestärkt zum Felsen ziehen.

Einige Gebiete in der Nähe des Zeltplatzes sind in zwanzig Minuten zu Fuß erreichbar, zu anderen fährt man eine viertel bis eine halbe Stunde. In die Gebiete direkt bei Krakau ist man sogar knapp über eine Stunde unterwegs.

Die Klettereien spielen sich durchweg am festen weißgrauen Kalk ab. Oft ist dieser aber geschlossen und glatt. Löchrige, großgriffige Überhänge wie im Frankenjura sind selten. Aber in den vielen leichten Klettereien gibt es tolle, griffige Strukturen.

Die Absicherung ist in den wichtigsten Gebieten hervorragend. Dort wurden in den letzten Jahren viele Routen mit Klebehaken und Umlenkketten in Edelstahl-Qualität saniert oder neu erschlossen. Es gibt vereinzelt auch noch Gebiete oder Routen mit altem Material.

In einigen Leichtklettergebieten ist am Wochenende ziemlich viel los. Oft zieht dann die ganze Familie mit Picknickkorb und Kinderwagen zur Wiese unter den Felsen. Aber selbst dann findet man immer noch genug freie Touren.

Auffällig ist, dass fast nur junge Kletterer im Alter von 18 bis 30 im Jura unterwegs sind. Wir haben in dieser Woche keine deutschen Kletterer getroffen, wohl aber viele Polen, die perfekt Englisch können oder manchmal auch ihr Deutsch probieren wollen.

Die meisten Gebiete, die wir besucht haben, besitzen ein tolles Ambiente. Auf hügelig grüner Heide wachsen schneeweiße Kalkfelsen aus der Landschaft. Garniert wird das oft noch mit einer mittelalterlichen Burgruine.

In Deutschland sind zurzeit keine Kletterführer erhältlich. Vor Ort gibt es aber die neuesten Ausgaben zu kaufen. Darin sind gute Routenfotos und Anstiegsskizzen enthalten. Es existieren die Kletterführer „Jura 1, 2, und 3“. Welche Gebiete in diesen Büchern aber beschrieben sind, dass wissen auch die polnischen Kletterer nur manchmal. Oft findet man die Klettergebiete auch ohne Kletterführer mit einer normalen Karte und Tipps von anderen Kletterern. Einfache Regel: wo eine Burg steht, gibt es auch Felsen – und es gibt viele Burgen!

Da wir noch nicht alle Gebiete erforscht haben, fahren wir im Sommer 2011 bestimmt wieder fünf Stunden in Richtung Osten hinter die sieben Berge zum Sportklettern.

links: Okienniek Projekt 9+
rechts: Rzedkowice Pfeiler 5+

Podzamce - Klettern an der Burgmauer

Rzedkowice

links: Rzedkowice Projekt 8+
recht: Rzedkowice Resi 7-