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Braschelstein wieder gesperrt - und weitere wichtige Vereinsinformationen

Liebe Bergsportfreundinnen und -freunde,

für jeden von uns ist das Jahr 2020 wohl ein Jahr zum Vergessen. So mancher wünschte sich schon die Zeitmaschine von Marty McFly und Doc Brown, um in die Zukunft zu entfliehen oder mal eben in der Vergangenheit ein paar Stellschrauben neu zu justieren. Da dies aber leider noch nicht funktioniert, müssen wir weiter mit dem unsäglichen „C“-Wort und seinen Auswirkungen vorliebnehmen. Ich hoffe ihr habt wenigsten die Sommermonate für ein paar bergige Momente nutzen können und Kraft für das, was uns gegenwärtig ereilt und noch erwartet, sammeln können.

Bevor ich euch mit einigen Informationen zum Verein versorge, zunächst einmal herzlichen Dank für das überwältigende Echo zur Spendenaktion, welche über den DAV arrangiert wurde und dessen Ergebnis voll und ganz unserer Kletteranlage in Kolkwitz zugutekommen wird. Zu gegebener Zeit werden ich euch über das Gesamtergebnis informieren.

Mit den nicht lang zurückliegenden Beschlüssen unserer Regierung, bezüglich der COVID-19-Situation, ergeben sich einige, das unmittelbare Vereinsleben betreffende Dinge.

1.
Unsere jährliche Versammlung kann und wird nicht im Jahr 2020 stattfinden. Wir machen es damit dem Hauptverein und mehr oder weniger allen Sektionen nach und hoffen diese im ersten Halbjahr 2021 oder notfalls eben auch später im Jahr nachholen zu können.

2.
Mit Datum vom 2. November wird unser Kletterfelsen wieder komplett für die Nutzung gesperrt, auch für Vereinsmitglieder! Damit entsprechen wir den Forderungen des am 28. Oktober beschlossenen Teil-Lockdowns – und hoffen auch hier, dass mit dem Dezember wieder ein Zugang wie bisher möglich ist.

3.
Eine Kinderweihnachtsfeier wird es 2020 nicht geben.

4.
Schon im Vorfeld des Teil-Lockdowns wurde uns, sprich den beiden Kinderklettergruppen, der Zugang zur Kletteranlage in der Sporthalle der BTU nicht mehr ermöglicht. Diese steht, aus nicht schwer zu erahnenden Gründen, nur noch dem Hochschulsport zur Verfügung. Eine Alternativlösung, welche nicht kostenneutral für die Teilnehmer möglich ist, konnten wir mit dem Mittwochskurs vom 28. Oktober noch testen. Leider hat sich das nun für den November auch erledigt. Ich werde hier ebenfalls zum gegebenen Zeitpunkt detailliert informieren und die Kinder, bzw. deren Eltern, werden über die Trainer direkt dazu kontaktiert.

5.
Wie bereits im August angekündigt, muss der Verein die Beiträge ab 2021 anpassen. Die finanziellen Ausfälle am Kletterfelsen in Kolkwitz durch die nicht vereinszugehörigen Kletterer, steigende laufende Kosten (Toilette) und anstehende Sanierungsarbeiten sind ein Grund dazu. Weiterhin wurden auf der DAV Hauptversammlung 2019 Erhöhungen der Verbandsbeiträge beschlossen (Hüttenumlage, Alpiner Sicherheitsservice, Klimabeitrag, Verbandsbeitrag Digitalisierung), welche wir entsprechend umlegen müssen. Eine Kalkulation bei analoger Mitgliedsanzahl und -struktur erfordert, um am Ende des Jahres eine schwarze Null zu erwirtschaften, Erhöhungen wie nachstehend:
A - Mitglied bisher 51,00 € ab 2021 56,50 €
B - Mitglied bisher 38,25 € ab 2021 42,00 €
C - Mitglied bisher 25,50 ab 2021 € 29,25 €
Junior(in) bisher 38,25 € ab 2021 42,00 €
Kind (Einzelmitglied) bisher 25,50 € ab 202128,00 €
Kind (Familienverbund) weiterhin 0,00 €
Die Daten, welche der Berechnung zu Grunde liegen, stellen wir nicht ins Netz, diese sind aber bei Interesse und Bedarf einsehbar und erklärbar. Im Normalfall wäre dies ein Tagesordnungspunkt unserer Versammlung gewesen und ich weiß, dass dies eigentlich eines Beschlusses der Mitgliederversammlung bedarf, den wir in der aktuellen, doch sehr speziellen Situation eben nachholen müssen. Fragen dazu gern – bevorzugt per E-Mail, bzw. nach Absprache auch telefonisch!

6.
Der Einzug der Mitgliedsbeiträge 2021 erfolgt in der ersten Woche des neuen Jahres. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre die Bitte, achtet auf gedeckte Konten und lasst uns Änderungen von Bankverbindungen (und anderen veränderten Stammdaten) noch schnellstmöglich zukommen. Das erspart allen Beteiligten Zeit und Nerven (noch heute werkeln wir mit Außenständen für 2020 herum!). Achtet auch darauf, dass es mit dem neuen Jahr Umgruppierungen der Mitgliedschaft und damit der Beiträge geben kann. Also vom Kind zum(zur) Junior(in) oder vom(n) Junior(in) zum A-Mitglied! Wer seine Mitgliedschaft zum 31.12.2020 beenden möchte, der sollte dies bitte möglichst im November noch kundtun. Hier insbesondere der Appell an die Eltern, deren Sprösslinge nicht mehr am Klettern interessiert sind.

Das sollte es dann für heute gewesen sein. Wichtig ist, bleibt gesund und geht möglichst gelassen mit der COVID-19-Situation um! Danke für euer Verständnis! Wir werden als Vorstand alles tun, um ein situationsangepasstes Vereinsleben zu ermöglichen und zur Normalität zurückzufinden.
Also Kopf hoch, Maske auf, Abstand halten! Wir halten euch auf dem Laufenden!

Für den Vorstand
Volker Roßberg

Isergebirgs-Skilauf (tschechisch: Jizerská padesátka)

Erstmals ist - nach unserer Kenntnis - am 13.01.2008 ein Quackenstürmer unter dem Namen unseres Vereins bei einem Skiwettrennen gestartet. Und hat uns hervorragend vertreten! Glückwunsch an DIRK WIESNER!
Hier ist sein Bericht:

Am 13. Januar 2008 nahm ich erstmals am Isergebirgsskilanglauf (tschechisch: Jizerská padesátka) in Tschechien teil.
Die Veranstaltung gehört zu den 14 wichtigsten Volkslanglaufrennen in der Welt, die als Worldloppet- Serie unter dem Dach des gleichnamigen Skiverbandes ausgetragen werden. Zu diesen Skimarathons gehören auch der Wasalauf und der Marcialonga, die als die beiden größten Hits der Serie gelten.
Ursprünglich soll die Skitour als Testlauf zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit der Bergsteiger von TJ Lokomotiva Liberec Ende der sechziger Jahre entstanden sein, welche sich so auf die Expeditionen ins Hochgebirge vorbereiteten.
Auf Grund meiner noch sehr jungen Erfahrungen in dieser Sportart interessierte ich mich für das 25 Km- Rennen an. Die Königsklasse in der 50 Km Distanz erschien mir noch zu mächtig. Noch im alten Jahr, unter der Homepage des Veranstalters http://www.jiz50.cz, konnte ich mich problemlos online anmelden. Start und Zielort der jeweiligen Läufe ist Bedřichov – wohl der bekannteste Wintersportort im Isergebirge. Bei über 4.000 gemeldeten Startern ist die Übernachtung vor Ort ein Problem.
Ich hatte Glück und fand Aufnahme bei guten Freunden (Big Fechis Family), welche zu diesem Zeitpunkt im Nachbarort Urlaub machten. Am Tag des Rennens sollte ich von Fechi mit dem Pkw nach Bedřichov chauffiert werden, jedoch hinderte uns eine Straßenabsperrung inklusive Polizeiaufsicht daran. So musste ich kurz entschlossen, so schnell als möglich, in den noch verbliebenen 50 Minuten bis zum Start die restlichen 5 Km zu Fuß bewältigen. Pünktlich um10.20 Uhr erreichte ich den Startbereich des Skistadions in Bedřichov.
Den Start als solcher nahm ich wie die Maueröffnung 1989 in Berlin wahr. Nach dem Öffnen der Startore stürmten die Teilnehmer mit den Skiern in der Hand auf die Loipen, schnallten sich in windes Eile die Selben unter die Füße und los ging es los. Ich befand mich im hinteren Teil des Feldes, weil ich als einer der Letzten kam und auch nicht wusste wie es im Anfangsstadium eines Laufes zugeht.
Wie bereits öfters auf der Autobahn erlebt, beobachtete ich folgende Situation. Aus dem weiten Stadionbereich mündete dieser in eine 3- spurige Loipe über und das bedeutete Stau. Erst bei Nova Louka, 3 bis 4 Km nach dem Start, hatte man ein wenig Platz zum fahren. Wie viel Zeit dabei verloren ging weiß ich nicht und machte mir darüber zunächst keine Gedanken.
Es schien die Sonne, die Strecke war herrlich präpariert und die Schneeverhältnisse waren nahezu optimal, so dass man mit Wachsproblemen nicht konfrontiert wurde. Die Strecke verlief weiter am Stausee Josefüv Dül vorbei nach Kristianov, Hrebinek zurück über Nova Louka nach Bedřichov. Das Streckenprofil war hüglig und stellte bis mit Ausnahme einer Passage in der es ca. 4 Km ständig bergauf ging, keine besonders hohen physischen Anforderungen. Lediglich bei den teilweise rasanten Abfahrten, besonders kurz vor Hrebinek, musste man, bedingt durch die vielen Läufer, auf der Hut sein und fahrerisches Können beweisen. Einen unmittelbar vor mir stürzenden Läufer konnte ich nur noch in letzter Sekunde über eine Schneewehe am Wegesrand ausweichen. Ansonsten sind mir noch einige übermotivierte Starter vom 50 Km Rennen an der Abfahrt vor Hrebinek unangenehm aufgefallen, die in atemberaubender Geschwindigkeit ohne Rücksicht auf Verluste auch mit Einsatz der Ellenbogen an mir und den übrigen Läufern vorbei rasten. Vielleicht ging es bei denen nicht nur um Weltcuppunkte.
Auf den 2 Verpflegungsstellen unterwegs gab es zwar kein Bier und kein Schweinebraten mit Knödel, wie auf den Bauden gewöhnt, aber an Unzuckerung oder Dehydrierung brauchte ich mir dennoch keine Sorgen machen.
Kurz nach Ankunft im Ziel stellte ich am Zeitmesser fest, dass ich für diesen Lauf  2 Stunden und 14 Minuten benötigte. In der übergroßen Freude über die Zeit für meinen ersten Skilanglauf unter Wettkampfbedingungen vergaß ich jedoch meine Freunde nicht, die mich tapfer am Streckenrand unterwegs und im Ziel lautstark anfeuerten. Bei einer Runde Budweiser im Pappbecher haben wir auf diesen Tag gemeinsam angestoßen. Vielleicht sind im nächsten Jahr mehrere Quackenstürmer am Start?